Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, Erinnern für jetzt und die Zukunft: Lapbooks junger Leute und Preisträgertexte der Annalise-Wagner-Stiftung setzen gemeinsam ein Zeichen

Erinnern für jetzt und die Zukunft: Rund um den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus setzt in der Neubrandenburger Regionalbibliothek eine kleine Ausstellung generationenverbindend ein Zeichen, dass „das Erinnern nicht verstummt“: mit Lapbooks und Preisträgertexten.

Schülerinnen und Schüler der der 11. und 12. Klassen der Evangelischen Schule St. Marien in Neubrandenburg zeigen selbst gestaltete „Lapbooks“ zu ihrer Exkursion in die Mahn- und Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, dem ehemaligen deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager. Lapbooks sind mehrfach klappbare, kreativ gestaltete Mappen, die Inhalte in verschiedene Beziehungen bringen. Mit Hilfe dieser innovativen Methode setzen sich die Jugendlichen auseinander mit ihren persönlichen Erfahrungen in Auschwitz-Birkenau, mit Erkundungen und Erkenntnissen zur NS-Diktatur und deren Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder auch mit Gedanken und Fragen zur Erinnerungskultur.

Einen zweiten Akzent setzen in der Ausstellung Preisträgertexte des Annalise-Wagner-Preises, des regionalen Literaturpreises der Annalise-Wagner-Stiftung aus Neubrandenburg. Dieser Akzent lenkt den Blick auf historische Orte der NS-Diktatur und regionale Erinnerungsorte „vor der Haustür“ – und auch auf Komplexität wie Veränderungen von Erinnerungsprozessen. Es geht u. a. um das KZ Ravensbrück und seine Außenlager in Neubrandenburg (Valentine Goby , Dr. Annette Leo , Pauline de Bok , Dr. Constanze Jaiser und Jascha Pampuch ), um die „Euthanasie“-Morde in der „Heil- und Pflegeanstalt“ Domjüch bei Neustrelitz ( Reinhard Simon , Christiane Witzke , Dr. Peter Walther ) oder um die Opfer von NS-Terror in den Kriegsgefangenenlagern in Neubrandenburg-Fünfeichen (Dr. Natalja Jeske ).

Und mit besonderen Preisträgertexten schließt sich auch der Kreis zu den Lapbooks der jungen Neubrandenburger: Der Annalise-Wagner-Jugendpreis macht u. a. aufmerksam auf Forschungen junger Leute zur Neubrandenburger Außenlagern des KZ Ravensbrück (Ulrike Maschner )und NS-Morden an Sinti und Roma aus Mecklenburg (Projektgruppe Kriegsgräber).

Lapbooks und Preisträgertexte verbindet nicht zuletzt das Credo der Stifterin Annalise Wagner (1903-1986): „Wir müssen unser Gedächtnis an die Geschichte wachhalten, denn ohne dieses Gedächtnis können wir unser Heute nicht begreifen.“

Wer die kleine Ausstellung im Zeitschriftenbereich der Regionalbibliothek besucht, kann gern in den Lapbooks der Schülerinnen und Schüler blättern – und die Preisträgertexte des Annalise-Wagner-Preises natürlich auch ausleihen.

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