11. Annalise-Wagner-Jugendpreis

Der 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis geht an die siebzehnjährige Schülerin Luise Hartke aus Neubrandenburg und ihre Erzählung „Wahltag. 15.03.2126“.
Er wird gefördert vom Neubrandenburger Unternehmen new enerday GmbH. 


Luise Hartke © Marcel Hartke

Luise Hartkes kurzer, bildstarker Text spielt in einer dystopischen Szenerie, genau in 100 Jahren, genau an dem Ort, der heute ihre Heimatstadt ist. In der Begründung der Jury heißt es u. a.: „Kaum erträgliche Hitze tagsüber, eiskalte Nächte, der Tollensesee eine trockene Senke. In dieses Szenario versetzt Luise Hartke ihren Protagonisten Unar, zeitlich weit voraus. Im Frühjahr des Jahres 2126 brennt die Sonne erbarmungslos, in den Städten ziehen sich die Bewohner in ‚Betondschungel‘ zurück, Reisen empfehlen sich ausschließlich nachts. Unar jedoch ist im Auftrag der Regierung an diesem Märztag unterwegs nach Neubrandenburg. ... Nachvollziehbar werden die Konflikte zwischen Anpassung und Auflehnung, zwischen ‚Abgeschotteten‘ und Verantwortungsträgern, zwischen Provinz und Metropolen. Luise Hartke führt ihre Figur bildstark durch Lebensgefahr bis zum pointierten Ende, das sich mehrfach deuten lässt.“ (Dr. Gundula Engelhard)

Die dystopische Zukunftsvision von Luise Hartke „bleibt im Kopf“, das offene Ende zwingt subtil zum Nachdenken, nicht zuletzt durch den Brückenschlag zwischen den Zukunftsfragen Klimawandel und Demokratie. Beide Themen lagen auch Stifterin Annalise Wagner am Herzen: Sie engagierte sich früh für den Umweltschutz-Gedanken und war eine streitbare Verfechterin demokratischen Miteinanders.

„Ich freue mich“, schrieb Luise Hartke, als sie vom Annalise-Wagner-Jugendpreis erfuhr, „dass es eine Institution gibt, welche AutorInnen würdigt und jene, die es noch nicht sind, ermutigt. Denn wer Literatur und Kultur fördert, fördert ebenso ein offenes, kreatives und reflektiertes Miteinander; so verstehe ich das Anliegen Annalise Wagners.“

Die Annalise-Wagner-Stiftung ist ein testamentarisches Vermächtnis von Annalise Wagner (1903-1986) aus Neustrelitz. 1991 wurde sie als Treuhandstiftung der Stadt Neubrandenburg errichtet und war die erste neue Kulturstiftung im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. 


Luise Hartke: Wahltag. 15. 03. 2126 ; Erzählung (PDF)

Jury-Begründung zur Vergabe des 11. Annalise-Wagner-Jugendpreises (PDF)

Presseinformation 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis (PDF)


Der 35. Annalise-Wagner-Preis sowie der 11. Annalise-Wagner-Jugendpreis werden anlässlich des 40. Todestages der Stifterin am 26. Juni 2026 um 16 Uhr im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz verliehen. Der Eintritt ist frei, Wer dabei sein möchte, kann sich gern anmelden per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0395 / 5551333.

35. Annalise-Wagner-Preis

COVER Helene Bukowski: Wer möchte nicht im Leben bleiben, © Claassen Verlag
COVER  Helene Bukowski: Wer möchte nicht im Leben bleiben © Claassen Verlag

Der Jury des Annalise-Wagner-Preises lagen im Jahr 2026 79 Texte vor. Sie bildeten ein vielfarbiges, spannendes Mosaik aus 45 belletristischen Werken, 23 populärwissenschaftlichen oder wissenschaftlichen Sachtexten und 11 Texten der Kinder- und Jugendliteratur. Darunter waren 24 Manuskripte. 42 Bewerbungen bzw. Vorschläge kamen aus dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und 37 aus anderen Bundesländern bzw. Ländern.

Einstimmig beschlossen Jury und Kuratorium, den mit 2.500 Euro dotierten 35. Annalise-Wagner-Preises zu vergeben
an den Roman

„Wer möchte nicht im Leben bleiben“
von Helene Bukowski,

erschienen 2026 im Claassen Verlag (ISBN 9783546101585).
Website des Verlages
 

Helene Bukowski, Autorin, Berlin, Juni 2025, © Tobias Kruse 
AUTORENFOTO  Helene Bukowski © Tobias Kruse

Helene Bukowski,

geboren 1993 in Berlin, studierte am Literaturinstitut Hildesheim. 2019 erschien ihr Debütroman »Milchzähne«, der für das Kino adaptiert wurde. 2022 folgte »Die Kriegerin«. Ihre Bücher wurden vielfach besprochen und in mehrere Sprachen übersetzt. Heute lebt sie als freie Schriftstellerin wieder in ihrer Geburtsstadt und der Niederlausitz. (© Claassen Verlag).

Der für den Annalise-Wagner-Preis notwendige Regionalbezug des Romans
stellt sich her über die Städte Neustrelitz und Neubrandenburg, die als dokumentierte Lebensorte der jungen Pianistin zugleich literarische Orte des Romans sind.

In der Begründung der Jury des 35. Annalise-Wagner-Preises heißt es:

„Ein Nachlass. Fotos, Notizbücher, Kassetten, Briefe. Erinnerungen an eine junge Pianistin, die im Roman von Helene Bukowski Christina genannt wird. Von Siglinde, einer Freundin der Großmutter in Neubrandenburg, sind sie zur Autorin gelangt. „Ich fand sie in der Stadt, in der meine Mutter groß geworden ist, und einer, den ich da mal liebte,“ schreibt die Autorin in einem Post auf Instagram. Helene Bukowski nähert sich in ihrem dritten Roman auf innovative Weise der Biografie einer realen Person an. Ein Menschenschicksal, voller Empathie und persönlicher Anteilnahme erzählt:

Christina, 1961 in Leipzig geboren, zieht im Alter von sechs Jahren mit ihren Eltern in das Scheibenhochhaus am Neubrandenburger Karl-Marx-Platz ein. 1985, mit 24 Jahren, wird sie sich hier aus dem Fenster stürzen und das Leben nehmen. Dazwischen lebt sie ein intensives Leben als talentierte Pianistin, zieht 1972 nach Berlin in ein Musikinternat (die „Spezi“ genannte Spezialschule für Musik) und studiert von 1978 bis 1984 am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium, genießt dort erstmals Freiheit und Internationalität. Bei ihrer Rückkehr nach Berlin wird die junge feinfühlige Frau erleben, wie sie in der Endphase der DDR unter die Räder der „parteilich-sozialistischen Ausdeutung der Musik“ zu geraten und ihre Kreativität zu ersticken droht. Statt nach eigenem musikalischen Ausdruck suchen zu dürfen, wird ihr ein mechanischer Stil oktroyiert, der ihr die Lust am Leben und an der Musik nimmt. Eine heute bekannte prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) führt die Autorin zusätzlich als mögliche Quelle depressiver Schübe bei Christina an. Als Musiker überträgt der Vater zudem seine Ambitionen auf die Tochter; er dokumentiert ausführlich ein Leben, das ihm versagt bleibt.

Helene Bukowski beginnt ihren Text über Christina mit einem Zitat der lebenshungrigen „Franziska Linkerhand“ im Roman von Brigitte Reimann. Sie verschiebt jedoch die Optik vom bloßen Erzählen von Christinas Leben zu einer direkten dialogischen Auseinandersetzung mit ihr, indem ihr Erzähler-Ich mit Christinas Du spricht. Lücken im überlieferten Material aus Christinas Leben füllt die Autorin gekonnt, indem sie ihre eigene Perspektive betont, Leerstellen sichtbar macht und dabei literarisch verwandelt. Was als übergriffige Methode der Überblendung ihres Autorin-Lebens mit dem Musikerin-Lebens der Protagonistin gelesen werden könnte, legt Bukowski in entwaffnender Ehrlichkeit offen, indem sie den Prozess ihrer Auseinandersetzung mit Christinas Biografie in den Text integriert. Auch das Einschwingen auf den Kern von Christinas Kunst gelingt ihr: Die Beschreibung der Urgewalt der Musik in bewegenden Naturbildern sprengt den empathisch-dokumentarischen Gestus des Buches und führt ins Offene.

Helene Bukowskis Roman, nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026, vermag es als einer der wichtigsten Beiträge zur modernen dokumentarischen Literatur wahrgenommen zu werden. Ihr Buch hebt von der Faktenbasis ab und zu einer Reflexion darüber an, wie Träume an den Ansprüchen einer Gesellschaft und der eigenen Perfektion zerbrechen können. Sie verbindet erzählend die Suche nach ihren eigenen mentalen Prägungen als Nachwendekind mit dem Schicksal einer jungen sensiblen Pianistin in der DDR. Dabei nutzt sie den ihr anvertrauten Nachlass nicht für eine klassische Enthüllungsgeschichte, sondern schafft es überzeugend, die gesellschaftliche Atmosphäre einer Epoche im scheinbar Privaten erlebbar werden zu lassen. Sie beschreibt eindringlich den Verlust kindlichen Seins im Elternhaus, Rituale des „Drills“ an der Spezi und die fatalen Auswirkungen der emotionalen Vereinsamung, die mit der Hochbegabtenförderung einhergingen. Sie erzählt, wie der Erwartungsdruck an eine Nachwuchs-Elite das spielerische Moment der Kunst unter sich begräbt: „Üben, üben, üben, dann geht es auch nach drüben.“

Helene Bukowski ist ein Buch geglückt, das versucht, den Tod zu verstehen, aber vielmehr ein kurzes Leben feiert. Dennoch bleiben Rätsel und offene Enden. Wie das Hochhaus in der Mitte Neubrandenburgs, das gerade Platte für Platte verschwindet.
Im Sinne der Preisstifterin Annalise Wagner wird hier und jetzt ein Text von hoher Qualität ausgezeichnet, der, regional verortet und hervorragend recherchiert, Biografie und Geschichte am kurzen Leben einer Frau beschreibt und damit auch Wagners Wirken fortschreibt.“

Text: Matthias Wolf, im Mai 2026

Vorschlag
der Jury des 35. Annalise-Wagner-Preises
(PDF)

Presseinformation
zur Vergabe des 35. Annalise-Wagner-Preises
(PDF)


Preisverleihung
am 26. Juni 2026 um 16 Uhr im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz

Die Annalise-Wagner-Stiftung ist ein testamentarisches Vermächtnis von Annalise Wagner (1903-1986) aus Neustrelitz.
1991 wurde sie als Treuhandstiftung der Stadt Neubrandenburg errichtet und war die erste neue Kulturstiftung im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.
Der 35. Annalise-Wagner-Preis wird anlässlich des 40. Todestages der Stifterin am 26. Juni 2026 im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz verliehen.

Der Eintritt ist frei.

Wer dabei sein möchte, kann sich gern ab sofort anmelden per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

34. Annalise-Wagner-Preis

COVER Friederike Werner: Das ägyptische Geheimnis © VDG Verlag COVER Friederike Werner: Das ägyptische Geheimnis © VDG Verlag
Friederike Werner: Das ägyptische Geheimnis © VDG Verlag

 

Im Jahr 2025 lagen der Annalise-Wagner-Stiftung 82 Bewerbungen bzw. Vorschläge für den 34. Annalise-Wagner-Preis vor. Für jede bedankt sich die Annalise-Wagner-Stiftung mit großer Wertschätzung!

Die Vergabe des 34. Annalise-Wagner-Preis wurde möglich durch die Unterstützung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Die Annalise-Wagner-Stiftung dankt herzlich!

 

Einstimmig entschieden Jury und Kuratorium:

Den Annalise-Wagner-Preis 2025 erhält die renommierte Heidelberger Kunsthistorikerin und Ägyptologin Dr. Friederike Werner für ihre innovative kulturhistorische Studie „Das ‚ägyptische‘ Geheimnis oder: Die verhüllten Tempel von Hohenzieritz und Berlin 1795/1850“

Verlag VDG arts + science Weimar 2024, ISBN 978-3897399815

Diese kulturhistorische Studie ist eine faszinierende Entdeckung „für Liebhaber geheimnisvoller Schlösser und erstaunlicher Geschichten über Götter, Herrscher, Gelehrte und Freimaurer. Erstmals kommt hier die gemeinsame Ägyptenfaszination der Mecklenburg-Strelitzer und Preußischen Herrscher des 18. und 19. Jahrhunderts ans Licht. Eine Hauptakteurin ist dabei die preußische Königin Luise, geborene Prinzessin zu Mecklenburg-Strelitz (1770–1810).“ (Verlag)

Verlag VDG arts + science Weimar

Leseprobe zum Titel „Das ‚ägyptische‘ Geheimnis“ von Dr. Friederike Werner (PDF)

Dr. Friederike Werner © Stefanie Jeske 
Dr. Friederike Werner © Stefanie Jeske

Dr. Friederike Werner
arbeitet seit langem interdisziplinär zur Begeisterung Europas für Altägypten. Dazu gehört auch ihre eindrucksvolle Publikation „Ägyptomanie in Preußen“ (2016), die ihr Interesse auf Schloss Hohenzieritz lenkte. Außerdem stellt sie Objekte aus Kunst und Kultur in ihren TV-Expertisen vor. Sie lebt in Heidelberg.

Website von Dr. Friederike Werner

 

Die Jury des Annalise-Wagner-Preises betont: Der Autorin gelingt sowohl inhaltlich als auch sprachlich eine „mitreißende Kunst-Geschichte“.
Dabei wird die Publikation „wissenschaftlichen Ansprüchen ebenso gerecht wie der Vermittlung ihres Stoffes an einen breiten Kreis von Interessierten“.
Mit „spürbarer Liebe für ihr Thema, akribisch im Detail und faktenreich eingebettet“ nimmt sie Leserinnen und Leser mit auf eine reich bebilderte und fesselnd erzählte, „spannende, fakten- und deutungsreiche Reise“ – in deren Mittelpunkt der »Ägyptische Saal« des Schlosses Hohenzieritz steht.


Vorschlag der Jury des 34. Annalise-Wagner-Preises (PDF)

 

Schloss Hohenzieritz © Annalise-Wagner-Stiftung
Schloss Hohenzieritz © Annalise Wagner Stiftung

Schloss Hohenzieritz, Ägyptischer Saal In: Krüger: Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz, Bd. 1,1921
Schloss Hohenzieritz, Ägyptischer Saal In: Krüger: Kunst- und Geschichtsdenkmäler des Freistaates Mecklenburg-Strelitz, Bd. 1, 1921

Schloss Hohenzieritz
war ab Ende des 18. Jahrhunderts die Sommerresidenz der Herzöge zu Mecklenburg-Strelitz. Es liegt so entlegen wie romantisch zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg, ist bekannt für seinen Schlosspark, einen der frühesten Englischen Gärten in Europa, vor allem aber als Sterbeort der Königin Luise von Preußen. Dieses Kulturdenkmal mit seiner Luisen-Gedenkstätte gehört zu den Kulturgut-Schätzen der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern.

„Schloss und Schlossgarten von Hohenzieritz bilden ein Kulturdenkmal von hohem Wert. Dabei ist Hohenzieritz zugleich ein Ort, der sich wegen seiner Abgelegenheit und der alles überwölbenden Sterbegeschichte der Königin Luise leicht tiefer gehender Betrachtung entzieht.“ (Jury)

Der „Ägyptische Saal“ des Schlosses Hohenzieritz
entstand 1795 - vor 230 Jahren - auf der Grundlage der Ideen Herzog Carl II. zu Mecklenburg-Strelitz (1741–1816). Heute ist diese Innenraumgestaltung fast verloren, nur ein winziger Rest der Wandbemalung sowie qualitätsvolle historische Fotos erinnern an die einstige Pracht. Der „Ägyptische Saal“ gehört zu den Kulturgutverlusten infolge der historischen Brüche am Ende des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren und in der Nachkriegszeit.

J. G. Ziesenis d. J : Porträt „Karl als Erbprinz“ (1770)“ : c wikimedia commons
J. G. Ziesenis d. J : Porträt „Karl als Erbprinz“ (1770)“ : © wikimedia commons
Carl II. zu Mecklenburg-Strelitz (1741-1816), Porträt von J. G. Ziesenis d. J. (1770)

J. F. A. Tischbein: Porträt „Kronprinzessin von Preußen in einer antikisierenden Landschaft“ (1796) © wikimedia commons
J. F. A. Tischbein: Porträt „Kronprinzessin von Preußen in einer antikisierenden Landschaft“ (1796) © wikimedia commons
Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810), Porträt „Kronprinzessin von Preußen in einer antikisierenden Landschaft“ (1776) von J. F. A. Tischbein

Dass Schloss Hohenzieritz ein Geheimnis birgt,
blieb mehr als 200 Jahre lang weder hinterfragt noch erforscht. Ein wissenschaftlicher Glücksfall war die spezielle Expertise der Kunsthistorikerin und Ägyptologin Dr. Friederike Werner. Sie wurde bereits in ihrer Dissertation sowie 2016 in ihrem Exzellenzprojekt der Universität Heidelberg zur „Ägyptomanie in Preußen“ auf das Thema aufmerksam. Seit 2017 forschte sie dazu neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit „in wissenschaftlicher Privatinitiative“ - mit großer Begeisterung, unkonventionellen Thesen, detailreicher Bildanalyse und erstaunlichem Ergebnis.

Dr. Friederike Werner fand „einen bisher weitgehend verborgenen Schlüssel
zur Lesart des ikonischen Ortes Schloss Hohenzieritz, zum Programm des „Ägyptischen Saals“ und dessen Verbindungen zur Gestaltung der Schlossfassade sowie des Schlossparks.
Dieser Schlüssel öffnet einen neuen, überraschenden Blick darauf, welche außergewöhnliche Bedeutung in und für Schloss Hohenzieritz Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810) hat, Tochter von Herzog Carl II. von Mecklenburg-Strelitz und preußische Königin.

Das neue Narrativ von Dr. Friederike Werner erzählt von der Idee Carls II. zu einem geheimen „Isis-Tempel“ für Königin Luise im Schloss Hohenzieritz – und es schlägt einen Bogen zum „Ägyptischen Tempel“ im Neuen Museum in Berlin und zu Königin Luises Sohn Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861).

„Der Untertitel der Publikation - ‚Die verhüllten Tempel‘ - ist programmatisch und überaus bedeutend für das ‚neue‘ Ägyptenbild und intellektuelle Level dieses einzigartigen Schlosses. Damit tritt das tiefgreifende kulturelle Geheimnis Herzog Carls II. zu Mecklenburg-Strelitz zutage, das über Königin Luise als Mittlerin bis in die ‚preußische Ägyptomanie‘ seines Enkels König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795-1861) um 1850 nachwirkte. ... Und immer noch sind Fragen offen, womit ganz im Sinne Carls II. das Geheimnis auch ein Geheimnis bleibt.“ (Dr. Friederike Werner).

Dr. Friederike Werners kulturhistorische Studie „Das ‚ägyptische‘ Geheimnis“ lässt regionalgeschichtlich nicht nur überraschende Facetten zum Fürstenhaus Mecklenburg-Strelitz aufleuchten, sondern vor allem zur „landes-, kultur- und personengeschichtlichen Lesart der historischen Region Mecklenburg-Strelitz im 18. und 19. Jahrhundert“.

Sie weitet den Blick für vielfältige Verknüpfungen dieser kleinen historischen Region mit „deutscher und europäischer Geistes-, Kunst- und Architekturgeschichte“.
Und sie setzt einen interessanten neuen Akzent für die Auseinandersetzung mit Luise zu Mecklenburg-Strelitz in Vorbereitung des 250. Geburtstages im Jahr 2026.
Und nicht zuletzt: Sie regt an zum Nachdenken über erstaunlich aktuelle Fragen:
Fragen zu den geografisch und zeitlich weiten Bögen kultureller Überlieferungen und Verbindungen und wie sie unsere Welt bis heute bereichern und prägen, Fragen zu Kunst und Kultur als gesellschaftliche Kommunikationsformen, zu deren Interpretationen und Instrumentalisierungen, Fragen zu Mythen und Macht, Fragen zu Herausforderungen und Chancen „stetigen Wandels“ von Wissen und Narrativen über unser „Woher und Wohin“ ...

 

Ihre Publikation soll, wünscht sich die Autorin,
ein anregender Ausgangspunkt sein für weitere interdisziplinäre Forschungen
sowie eine inspirierende Grundlage, um diese so lange unbekannten und unerzählten „Geschichten zur Geschichte“ an ihren historischen Orten in Erinnerung zu rufen, mit innovativen Ideen sichtbar zu machen, ihrer Faszination nachzuspüren und auch den Fragen, die sie uns heute stellen.
Das Buch schließt daher mit dem Gedanken „finis fabulae — initium fabulae“.

 

Presse

Dirk Handorf, Rezension zu „Das ‚ägyptische‘ Geheimnis“. – In:  Kulturerbe in Mecklenburg-Vorpommern, Band 14 (2024) (PDF)

Dr. Frank Wilhelm, Interview mit Dr. Friederike Werner, Nordkurier, 18. 5. 2024 (PDF)

Frank Pergande, Herzog Karl II. war ein Mann von Welt für Strelitz, Nordkurier 2. 6. 2025 (PDF)

Presseinformation der Annalise-Wagner-Stiftung zum 34. Annalise-Wagner-Preis (PDF)

 

Annalise Wagner (1903-1986) © Karbe-Wagner-Archiv
Annalise Wagner (1903-1986) © Karbe-Wagner-Archiv

Annalise Wagner am Luisentempel Neustrelitz © Karbe-Wagner-Archiv
Annalise Wagner am Luisentempel im Schlosspark Neustrelitz © Karbe-Wagner-Archiv

 

Für die Annalise-Wagner-Stiftung schließt sich mit der Preisvergabe 2025 auch ein Kreis zur Stifterin Annalise Wagner, sowohl zu ihrem bürgerschaftlichen Engagement als auch zu ihren „Herzens-Themen“ als  Heimatforscherin und Autorin.

Dr. Friederike Werner
leistete mit ihrer „wissenschaftlichen Privatinitiative“ für Erforschung und Publikation des „‘ägyptischen Geheimnisses“ von Schloss Hohenzieritz hervorragendes Bürgerengagement für das „historische Gedächtnis“ in der Region und weit darüber hinaus. Sie stellte zudem auch „einen typischen Stoff der Preisstifterin Annalise Wagner äußerst gelungen ins Zentrum europäischer Geistes-, Kunst- und Architekturgeschichte“. 

Annalise Wagner (1903-1986)
lebte den Gedanken von „Bürgerengagement“ für das „historische Gedächtnis der Region Mecklenburg-Strelitz“ mit Leidenschaft als Heimatforscherin, Autorin, Museums- und Archivgründerin. Die gemeinnützige Stiftung eines Preises für Texte, die dafür wichtig sind, gab sie testamentarisch mit erstaunlicher Zukunftsgewissheit weiter an nächste Generationen. Mit ihrem kompromisslosen Anspruch an die „Freiheit des Geistes“ fand Annalise Wagner immer wieder den Mut, als Autorin wie Publizistin auch regionalgeschichtliche Themen „in das Gedächtnis“ zu rufen, die in der DDR-Kultur- und Erinnerungspolitik nicht gewünscht oder mit „vorgeschriebenen Lesarten“ zu vermitteln waren. Dazu gehörten u. a. Erinnerungen an die „Adelsherrschaft“. Annalise Wagner hatte zum Mecklenburg-Strelitzer Fürstenhaus „eine verklärende Zuneigung“ (M. Zabel). So manche Aufsätze dazu blieben Manuskripte. 1981 konnte sie ihre 1978 geschriebenen „Erinnerungen an Hohenzieritz“ veröffentlichen im „Carolinum“, der in Göttingen erscheinenden Zeitschrift der Altschülerschaft des Neustrelitzer Gymnasiums Carolinum (... das von begründet wurde von Carl II.). Darin findet sich eine der wenigen in der DDR-Zeit veröffentlichten Abbildungen des „Ägyptischen Saals“. Anlässlich des 100. Geburtstages von Annalise Wagner gaben Altschülerschaft und Annalise-Wagner-Stiftung 1993 einen Sonderdruck neu heraus.

 

Die Preisverleihung des 34. Annalise-Wagner-Preises
fand im Rahmen des Norddeutschen Bücherfrühlings statt

am 27. Juni 2025 in der Regionalbibliothek Neubrandenburg.

 

10. Annalise-Wagner-Jugendpreis

Juri Kirchhefer (c) Petra Francesca
Juri Kirchhefer © Petra Francesca

Die Annalise-Wagner-Stiftung vergibt im Jahr 2024 zum 10. Mal den mit 200 Euro dotierten Annalise-Wagner-Jugendpreis, gefördert durch eine Spende von Frau Gisela Krull.

Er geht an den Poetry-Slam-Text „Heimkommen“ von Juri Kirchhefer aus Kiel.

Juri Kirchhefer
ist 20 Jahre alt. Er ist in Neubrandenburg aufgewachsen, lebt jetzt in Kiel und macht eine Ausbildung zum Notfallsanitäter.
Seit rund 2 Jahren ist Juri Kirchhefer auf Poetry Slams unterwegs, vorwiegend in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, aber auch in Hamburg oder im Ruhrgebiet. Im Jahr 2023 war er Poetry-Slam-Landesmeister von Mecklenburg-Vorpommern.

In seinem Text „Heimkommen“ reflektiert der junge Autor als Ich-Erzähler die Wieder-Begegnung mit dem Ort seiner Kindheit und Jugend, mit Neubrandenburg.
„Diesem Text habe ich über ein Gefühl geschrieben, das wahrscheinlich viele junge Leute kennen, nachdem sie weggezogen sind und plötzlich nur noch Besucher in ihrer Heimatstadt sind.“ (J. Kirchhefer) 

In der Begründung der Jury zum Annalise-Wagner-Jugendpreis 2024 heißt es u. a.:
„Im Text des 20-jährigen Autors erlebt der Ich-Erzähler die Rückkehr an den Ort seiner Kindheit und Jugend, nach Neubrandenburg.
Die heraufbeschworenen Erinnerungen sind geprägt von Momenten des Glücks und Wohlbefindens – und von Wehmut über einen Verlust:
den Verlust eines Menschen, dem das nicht mehr genügte und dessen Weggang der Autor als Flucht vor sich selbst empfindet.
Der Text mündet denn auch in die Erkenntnis, dass der Adressat sein früheres Ich ist.

Juri Kirchhefer setzt sich auf poetische Weise mit Heimat auseinander, ohne dafür diesen Begriff verwenden zu müssen, auch mit der eigenen womöglich verklärenden Sicht auf zunächst positive Empfindungen.
Der Text erkundet die Bindungskräfte des Vertrauten ebenso wie Motive für den Drang zu gehen. Zudem nutzt er Naturkräfte wie Wind und Wolken, um die innere Befindlichkeit des Erzählers zu spiegeln.

In sprachlich eindrucksvoller Qualität steht „Heimkommen“ für den Blick auf die Empfindungen, Träume und auch Konflikte junger Menschen in der Region, somit für die Intention des Annalise-Wagner-Preises. Der Annalise-Wagner-Jugendpreis soll die ... textliche Qualität würdigen und überdies den Preisträger wie auch andere junge Leute ermutigen, sich schreibend mit ihrer Lebenswelt auseinanderzusetzen.“

 

Die öffentliche Verleihung des 33. Annalise-Wagner-Preises an Prof. Dr. Carsten Gansel und des 10. Annalise-Wagner-Jugendpreises an Juri Kirchhefer fand am 28. Juni 2024 um 17 Uhr im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz statt. Die Feierstunde war zugleich ein Höhe- und Schlusspunkt des regionalen „Bücherfrühlings“.

EINLADUNG (PDF)

Die LAUDATIO für Juri Kirchhefer hielt Kulturjournalistin Susanne Schulz, Mitglied des Kuratoriums der Annalise-Wagner-Stiftung und der Jury des Jahres 2024.

Susanne Schulz: LAUDATIO für Juri Kirchhefer (PDF)

Den 10. Annalise-Wagner-Jugendpreis überreichten gemeinsam Herr Peter Modemann, Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Neubrandenburg, Herr Nico Ruhmer, stellv. Bürgermeister der Stadt Neustrelitz und Herr Prof. Dr. Roman Frank Oppermann, Kuratoriumsvorsitzender.

Der Kuratoriumsvorsitzende schlug in seinen Worten zur Preisvergabe einen Bogen zur Stifterin, die mit 22 Jahren in Neustrelitz ihr erstes Buch veröffentlichte: „Es waren Gedichte - und auch sie erzählen von der Suche nach Identität, Toleranz, Liebe, nach selbstbestimmten Leben, über Heimat, über Gehen oder Bleiben.“ Und er schlug einen zweiten Bogen in die Stiftungsgeschichte: „Die Finanzierung der Dotierung Ihres Jugendpreises spendete Frau Gisela Krull aus Neustrelitz. Frau Krull war 1992 die zweite Preisträgerin in der Stiftungsgeschichte, ist 92 Jahre alt und bis heute aktive Forscherin zur Geschichte dieser Region,  in der sie einst eine neue Heimat fand.“ Prof. Dr. Oppermann gratulierte Juri Kirchhefer mit den Worten: „Im vergangenen Jahr waren Sie Poetry-Slam-Landesmeister in MV – und in diesem Jahr wollen wir Ihnen mit dem 10. Annalise-Wagner-Jugendpreis eine Freude machen. Die Annalise-Wagner-Stiftung wünscht Ihnen: viel Spaß an Fantasie und Kreativität, an Sprache und an Texten, viel Erfolg beim Poetry Slam – dem „Abenteuer Dichten“ – und einfach Freude beim Entdecken, wieviel Poesie in uns allen so schlummert!“

33. Annalise-Wagner Preis

COVER Gansel Reimann Biographie (c) Aufbau Verlag
COVER Carsten Gansel: Brigitte Reimann, die Biographie © Aufbau Verlag, 2023


Im Jahr 2024 lagen der Annalise-Wagner-Stiftung insgesamt 68 Bewerbungen und Vorschläge vor, davon 26 zu populärwissenschaftlichen oder wissenschaftlichen Sachtexten, 27 zu Belletristik verschiedener Genres und 15 zu Texten der Kinder- und Jugendliteratur. Darunter waren 23 Manuskripte. 36 Bewerbungen bzw. Vorschläge kamen aus dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und 32 aus anderen Bundesländern oder Ländern.Einstimmig entschieden Jury und Kuratorium:


Prof. Dr. Carsten Gansel
erhält den mit 2500 Euro dotierten Annalise-Wagner-Preis 2024
für sein biografisches Sachbuch

„Ich bin so gierig nach Leben“: Brigitte Reimann, die Biographie,
das 2023 im Aufbau-Verlag erschien.

Mehr Informationen, Aufbau Verlag Berlin:

„Ich bin so gierig nach Leben“ – Brigitte Reimann : Die Biographie“, Autor: Carsten Gansel

„Ich bin so gierig nach Leben“ – Brigitte Reimann : Die Biographie, Autor: Carsten Gansel , Katalog Aufbau Verlag (PDF)


Die Vergabe des 33. Annalise-Wagner-Preis wurde möglich durch die Unterstützung des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Die Annalise-Wagner-Stiftung dankt herzlich!

 

In der Begründung der Jury heißt es u. a.:

„Die Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933 – 1973) zählt zu den faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten der DDR. Ihr unangepasstes Leben und ihre literarischen Werke beschäftigen noch heute eine zahlreiche Leserschaft. Sie wird gerade international neu entdeckt. Der Neubrandenburger Literaturwissenschaftler Carsten Gansel hat die erste umfassende wissenschaftliche Biographie zur Autorin vorgelegt. Er bewertet ihr modernes Leben und Schaffen aus der intimem Kenntnis der Brüche der Epoche und ihrer literarischen Reflexion neu.

Dabei erschließt er unbekanntes Material zu Reimanns Herkunft und Schulzeit, ihren literarischen Anfängen und vielen maßgeblichen Wegpunkten ihres Lebens. Die jahrzehntelange Beschäftigung mit dem Leben und dem Schaffen der Autorin trägt dort reife Früchte, wo Carsten Gansel mit Zeitzeugengesprächen und recherchierten Archivalien die politischen und kulturpolitischen Auseinandersetzungen in Brigitte Reimanns Lebenszeit bildhaft und profund nachzuvollziehen versteht.

Carsten Gansels Suchbewegung geht gleichermaßen in die Breite wie in die Tiefe, wenn er die Konflikte um Literatur und Gesellschaft parallel detailliert schildert. Der Gewinn für die Leser besteht nicht zuletzt darin, mit seinen Schilderungen Brigitte Reimanns faszinierende Persönlichkeit in den Kämpfen ihrer Zeit einsehbar zu machen. Ohne die beobachtende Distanz des Literaturwissenschaftlers zu verlassen, kommt Carsten Gansel der Autorin Brigitte Reimann dabei sehr nahe.“

Mehr Informationen:
Vorschlag der Jury des 33. Annalise-Wagner-Preises (PDF)

 

Der Regionalbezug des Preisträgertextes 2024 stellt sich her über den Inhalt des Textes und den Lebensort des Autoren.

Brigitte Reimann (1933-1973) 

lebte in Burg, in Hoyerswerda - und in ihrer letzten Heimatstadt Neubrandenburg. Hier wohnte die Schriftstellerin von 1968 bis 1973, war aktiv in der regionalen Kultur- und Literaturlandschaft, rang schwer erkrankt um die Fertigstellung ihres wichtigsten Romans „Franziska Linkerhand“.
Prof. Dr. Carsten Gansel beleuchtet aus der Perspektive ihres Lebens und Schreibens auch ein spannendes DDR-Kapitel regionaler Zeit-, Kultur- und Literaturgeschichte neu.
Zu den Forschungsgrundlagen des Biografen gehörte u. a. Brigitte Reimanns Nachlass, der im Archiv des Literaturzentrums Neubrandenburg e. V. im Neubrandenburger Brigitte-Reimann-Literaturhaus bewahrt wird.

Carsten Gansel (c) Frank Wilhelm
Carsten Gansel © Frank Wilhelm

Prof. Dr. Carsten Gansel

ist Professor i. R. für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Gießen. Er arbeitete unter anderem zu Gotthold Ephraim Lessing, Hermann Hesse, Hans Fallada, Johannes R. Becher, Hans Werner Richter, Otfried Preußler, Uwe Johnson, Anna Seghers, Brigitte Reimann, Christa Wolf, Jenny Erpenbeck, Erich Loest oder Erwin Strittmatter. Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind die Deutsche Literatur des 19.-21. Jahrhunderts, Deutsche Literatur nach 1945 (DDR, Bundesrepublik), System- und Modernisierungstheorie, kulturwissenschaftliche Gedächtnisforschung, Kinder- und Jugendliteratur, Medien- und Filmanalyse, Literaturkritik, Popkultur und Adoleszenzforschung, Evolution und Literatur, Narratologie. Als Autor und Herausgeber von über 100 Werken und mehr als 400 Publikationen verantwortete er u. a. die Neuedition von Heinrich Gerlachs »Durchbruch bei Stalingrad« (1945/2016), die er 2012 in einem russischen Militärarchiv auffand. Die Edition sorgte international für Aufsehen und wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Auch seine Biographie zu Otfried Preußler wurde hochgelobt. Carsten Gansel ist vielfältig engagiert, u. a. als Sprecher des Wissenschaftlichen Beirates der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption, als Vorsitzender der Jury zur Verleihung des Uwe-Johnson-Literaturpreises sowie des Uwe-Johnson-Förderpreises, als Vorsitzender der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft, als Vorsitzender der Christa-Wolf-Gesellschaft, als Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. 2017 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt und 2024 in die Leibniz-Sozietät gewählt. Prof. Dr. Carsten Gansel ist in Neubrandenburg zu Hause. (Stand 2024/05)

Mehr Informationen: 
Prof. Dr. Carsten Gansel, Kurz-Vita (PDF)

Presse

Presseinformation Annalise-Wagner-Stiftung 2024 (PDF)

Presseinformation Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg (PDF)

 

Preisverleihung

Die öffentliche Verleihung des 33. Annalise-Wagner-Preises an Prof. Dr. Carsten Gansel und des 10. Annalise-Wagner-Jugendpreises an Juri Kirchhefer fand am 28. Juni 2024 um 17 Uhr im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz statt. Die Feierstunde war zugleich ein Höhe- und Schlusspunkt des regionalen „Bücherfrühlings“.

EINLADUNG (PDF)

Die LAUDATIO für Prof. Dr. Carsten Gansel hielt Frau Dr. Irmtraud Gutschke.
Frau Dr. Irmtraud Gutschke ist bekannt als Literaturwissenschaftlerin und Autorin, insbesondere von Biografien und Publikationen zur sowjetischen Literatur und zur DDR-Literatur sowie als engagierte Journalistin und Literaturkritikerin. 2022 wurde sie ausgezeichnet mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis der Stiftung PresseHaus der Neuen Ruhr-, Neuen Rhein Zeitung sowie der Stiftung Lesen.
Mehr Informationen: Autorinnen-Homepage Dr. Irmtraud Gutschke

Die Laudatio machte aufmerksam auf die außergewöhnliche Leistung des Neubrandenburger Literaturwissenschaftlers, dessen erste wissenschaftliche Biographie Brigitte Reimanns die “wirkliche Wirklichkeit“ (Anna Seghers) dieses Lebens aufspüre und so davon erzähle, dass „gewissermaßen zugleich eine Geschichte der DDR“ für diesen Zeitraum entstehe. Zugleich gelinge ihm ein „fulminantes erzählerisches Werk“, „das beim Lesen durch den Wechsel der Perspektiven in Atem hält“.

„Es ist selten, dass Literaturwissenschaft so zu packen vermag. Carsten Gansel hat es geschafft, dass ich beim Lesen Brigitte Reimann vor mir sah, ja dass ich sie mir als Freundin wünschte. Das verdanke ich seinem immensen Fleiß, seiner wissenschaftlichen Energie und seinem erzählerischen Talent, seiner Einfühlungskraft in das Leben einer ebenso selbstbewussten wie auch immer in ihrem Selbst gefährdeten Frau und nicht zuletzt seinem Bekennermut in turbulenten Zeiten.“
(Dr. Irmtraud Gutschke)

Dr. Irmtraud Gutschke: LAUDATIO für Prof. Dr. Carsten Gansel (PDF)

Den 33. Annalise-Wagner-Preis überreichten gemeinsam Herr Peter Modemann, Stellvertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Neubrandenburg, Herr Nico Ruhmer, stellv. Bürgermeister der Stadt Neustrelitz und Herr Prof. Dr. Roman Frank Oppermann, Kuratoriumsvorsitzender.

Prof. Dr. Carsten Gansel: DANKWORT (PDF)

Musikalisch begleitete Pianist David Kantel aus Neustrelitz die Feierstunde am Flügel mit Musik von Frederic Chopin – einem Lieblingskomponisten von Brigitte Reimann - und schuf eine stimmige, berührende Atmosphäre.

Rund 50 Gäste nahmen an der Preisverleihung teil und tauschten anschließend in Gesprächsrunden Gedanken aus mit Preisträger, Jury- und Gremienmitgliedern; der Förderverein der Regionalbibliothek unterstützte das Beisammensein mit der Finanzierung des Caterings. Ein Büchertisch der Neustrelitzer Buchhandlung „Frau Rilke“ verlockte zum Blättern im Preisträgerbuch und in aktuellen Neuausgaben von Romanen und Erzählungen Brigitte Reimanns.

 

Die Regionalbibliothek Neubrandenburg begleitete die Preisverleihung von Mai bis Juli 2024 mit Ausstellungen aus den Bibliotheks-Sammlungen zu aktuellen und historischen Publikationen von und über Schriftstellerin Brigitte Reimann sowie zur Vielfalt von Biografien unter den Preisträgerbüchern des Annalise-Wagner-Preises.

Im Rahmen des Kulturherbstes Mecklenburgische Seenplatte, der Uwe-Johnson-Tage sowie der Tage der politischen Bildung in Mecklenburg-Vorpommern 2024 lädt die Regionalbibliothek ein zur  

Autorenlesung von Prof. Dr. Carsten Gansel
aus seiner Brigitte-Reimann-Biographie
am 19. September um 18.30 Uhr.

Die Lesung moderiert Dr. Margrid Bircken, Brigitte-Reimann-Gesellschaft e. V..

Eintritt 6,00 / ermäßigt 3,00 Euro, VVK und Reservierung, 0395 / 5551355, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ein außergewöhnliches Angebot ergänzt diese Preisträgerlesung:

Das Neubrandenburger Literaturzentrum lädt alle Interessierten herzlich ein,    

am 19. September  bereits um 15 Uhr
im Literaturhaus "Brigitte Reimann" in der Gartenstraße 6 vorbeizuschauen

 „Auf einen Kaffee bei Brigitte R." 

Eingeladen wird zu einer kleinen Zeitreise bei Kaffee und Kuchen in die Neubrandenburger Zeit der Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-1973) anhand von historischen Fotos, Zitaten aus Tagebüchern und Briefen.

Zu entdecken gibt es außerdem die Ausstellung zu Leben und Werk der Autorin, Brigitte Reimanns Bücher und Möbel – und ein besonderes Dokument aus dem Brigitte-Reimann-Archiv. 

Der Eintritt ins Literaturhaus ist frei, Anmeldung bitte per Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Telefon an 0395 571 918 0.

 

Kontakt und mehr Informationen: Annalise-Wagner-Stiftung, c/o Regionalbibliothek, Marktplatz 1, 17033 Neubrandenburg, 0395 / 5551333, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Additional information