„Luise & mehr“ - Facetten zur Geschichte des Fürstenhauses Mecklenburg-Strelitz in Preisträger-Texten der Annalise-Wagner-Stiftung Ausstellung zum 250. Geburtstag von Königin Luise von Preußen in der Neubrandenburger Regionalbibliothek

In diesem Jahr wird vielfältig erinnert an den 250. Geburtstag von Königin Luise von Preußen (1776 bis 1810), einer historischen (Frauen-) Persönlichkeit von besonderer Ausstrahlung. Ihr Vater war Carl II. von Mecklenburg Strelitz (1741-1816); 1810 besuchte sie ihn, erkrankte und starb jung im mecklenburg-strelitzschen Schloss Hohenzieritz. In Mecklenburg erinnern an ihr Leben und Vermächtnis u. a. die Luisen Gedenkstätte in Schloss Hohenzieritz, das „3 Königinnen Palais“ in Mirow oder das Museum im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz.
Auch die Neubrandenburger Regionalbibliothek zeigt momentan eine kleine Ausstellung historischer Publikationen aus der „Luisen-Literatur“ in den Bibliothekssammlungen, die das „Mythos Königin Luise“ reflektieren. Die Annalise-Wagner-Stiftung macht ergänzend neugierig auf „Luise & mehr“ - auf Facetten zur Geschichte des Fürstenhauses Mecklenburg-Strelitz in Preisträger-Texten des Annalise-Wagner-Preises. Zu entdecken gibt es zum Beispiel „Luises Familien-Geschichte(n)“ in Geschwister-Briefen, Schloss Hohenzieritz in der mecklenburg-strelitzschen Architekturgeschichte oder aus kunstgeschichtlich-ägyptologischer Perspektive, die (Achtung!) Stadtgründerin von Neustrelitz, einen großherzoglichen Wildpark der heute Weltnaturerbe ist oder Kunst-Geschichte(n) mit Bezug zur Fürstenfamilie, von Prillwitzer Idolen bis zu Kunstsammlungen oder „Theater in Neubrandenburg“.
Die Stifterin Annalise Wagner (1903-1986) lebte den Gedanken von „Bürgerengagement“ für das „historische Gedächtnis der Region Mecklenburg-Strelitz“ mit Leidenschaft als Heimatforscherin, Autorin, Museums- und Archivgründerin. Die gemeinnützige Stiftung eines Preises für Texte, die dafür wichtig sind, gab sie testamentarisch mit erstaunlicher Zukunftsgewissheit weiter an nächste Generationen.
Mit ihrem kompromisslosen Anspruch an die „Freiheit des Geistes“ fand Annalise Wagner immer wieder den Mut, als Autorin wie Publizistin auch regionalgeschichtliche Themen „in das Gedächtnis“ zu rufen, die in der DDR-Kultur- und Erinnerungspolitik nicht gewünscht oder mit „vorgeschriebenen Lesarten“ zu vermitteln waren. Dazu gehörten u. a. Erinnerungen an die „Adelsherrschaft“. Annalise Wagner hatte zum Mecklenburg-Strelitzer Fürstenhaus „eine verklärende Zuneigung“ (M. Zabel). So manche Aufsätze dazu blieben Manuskripte. 1981 konnte sie ihre 1978 geschriebenen „Erinnerungen an Hohenzieritz“ veröffentlichen im „Carolinum“, der in Göttingen erscheinenden Zeitschrift der Altschülerschaft des Neustrelitzer Gymnasiums Carolinum. Anlässlich des 100. Geburtstages von Annalise Wagner gaben Altschülerschaft und Annalise-Wagner-Stiftung 1993 einen Sonderdruck neu heraus.
Vierzig Jahre nach Annalise Wagners Tod bleibt ihr Credo – auch in dieser Facette - aktuell: „Wir müssen unser Gedächtnis an die Geschichte wachhalten, denn ohne dieses Gedächtnis können wir unser Heute nicht begreifen.“