eBook in den Fenstern, Lesetipps in der Bibliothek: Annalise-Wagner-Stiftung, Regionalbibliothek und die Geschichtswerkstatt zeitlupe der RAA MV e.V. setzten ein „Bücher-Frühlings-Zeichen“ gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, Hass und Gewalt

In Neubrandenburg setzen Annalise-Wagner-Stiftung, Regionalbibliothek und die Geschichtswerkstatt zeitlupe der RAA MV e.V. ein „Bücher-Frühlings-Zeichen“ gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, Hass und Gewalt


© Annalise-Wagner-Stiftung


Vom „Internationalen Tag gegen Rassismus“ bis zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ setzen Annalise-Wagner-Stiftung, Regionalbibliothek und Geschichtswerkstatt zeitlupe der RAA MV e.V. in der Neubrandenburger Regionalbibliothek gemeinsam ein „Bücher-Frühlings-Zeichen“ gegen Ausgrenzung und Diskriminierung, Hass und Gewalt.

Im Ausstellungsbereich machen rund um den „Welttag des Buches“ Lesetipps aufmerksam auf ausgewählte Preisträger-Texte des Annalise-Wagner-Preises, die mit Fokus auf die Region rund um Neubrandenburg und Neustrelitz inhaltlich wie literarisch facettenreich dafür sensibilisieren.

Diese Texte öffnen den Blick auf Facetten des Themas wie Flucht aus dem Iran nach Deutschland mit „Du stirbst im Fliegen (Jörn van Hall) oder Amerika-Auswanderung aus Mecklenburg-Strelitz im 19. Jahrhundert (Dr. Axel Lubinski), auf Lebensgeschichten, die von Brüchen und Kontinuitäten in Zeitgeschichte und Lebenswegen erzählen, z. B. in Romanen wie „Blankow“ (Pauline de Bok) und „Was gewesen wäre“ (Gregor Sander) oder in Biografien von Brigitte Reimann (Prof. Dr. Carsten Gansel) oder  Hans Fallada (Dr. Peter Walther). Ein bunter „Hingucker“ sind die Kinderbücher über „Robin vom See“ (Dr. Ulrich Fasshauer), der mit seiner „Bande zur Rettung der Gerechtigkeit“ u. a. gegen Mobbing, Ausgrenzung und Diskriminierung in der Schule und sogar Schulschließung aktiv wird und lernt, dass das nicht einfach und bequem ist.  Es geht aber auch um Erinnerung und aktive Auseinandersetzung mit Verletzungen von Menschenrechten und Menschenwürde in der Region rund um Neubrandenburg und Neustrelitz während der NS-Diktatur : um das „Kinderzimmer“ im KZ Ravensbrück, die Ermordung der Kinder, die dort geboren wurden (Jugend-Roman von Valentine Goby), um eine historische Flaschenpost, einen „Schmuggelfund aus dem KZ“ Ravensbrück (Projektmappe von Dr. Constanze Jaiser und Jascha Pampuch), um das Thema „Das ist so’n zweischneidiges Schwert hier unser KZ…“ - Erkundungen zur Wandlung von Erinnerungskultur in der Stadt Fürstenberg (Dr. Annette Leo), um „Domjücher Schicksale“, Opfer der NS-„Euthanasie“-Morde (Reinhard Simon) oder um die Geschichte der Lager in Neubrandenburg-Fünfeichen 1939 - 1948 (  Dr. Natalja Jeske). Direkte thematische Verbindung zur Fensterausstellung knüpft ein Annalise-Wagner-Jugendpreis: „Rom heißt Mensch“ (Projektgruppe Kriegsgräber Europaschule Rövershagen), eine der ersten Publikationen über Diskriminierung und Gewalt gegen Sinti und Roma in Mecklenburg und Vorpommern.


In den Bibliotheksfenstern an der innerstädtischen Hauptstraße ist ein „eBook im Fenster“ zu entdecken, präsentiert von der Geschichts-werkstatt zeitlupe, mehrfach ausgezeichnetes Projekt für historische und demokratische Bildung in Trägerschaft der RAA – Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Anlässlich des 55. „Internationalen Roma-Tags“ am 8. April 2026 und des „Internationalen Kinderbuchtags“ sind 20 großformatige Grafiken zu sehen aus einem eBook für Kinder von Künstlerin und Grafikerin Anna-Friederike C. Pöschel mit dem Titel „Die Geschichte von Franz und Alex aus Satow“.
Diese Graphic Novel erzählt von zwei Jungen aus der Minderheit der Sinti, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Mecklenburg aufwuchsen. Grundlage ist die wahre Geschichte von Franz und Alexander Rose aus dem Dorf Satow, die mit 10 und 13 Jahren im Konzentrationslager Auschwitz dem NS-Völkermord zum Opfer fielen. Die Brüder gehörten zu den Sinti-Kindern, die am 8. März 1943 aus dem Neustrelitzer Kinderheim nach Auschwitz deportiert wurden. Das bezeugen heimliche Fotos von Heinrich Kottmann (1915-1998), daran erinnert heute am historischen Ort eine im Bürgerengagement entstandene Gedenktafel. Die Künstlerin Anna-Friederike C. Pöschel findet in ihrem eBook zeitgemäße Bilder, die Kindern unserer Zeit erzählen von Kindern, die in der NS-Diktatur Ausgrenzung, Diskriminierung, Hass und tödliche Gewalt erfuhren. 

Das E-Book gehört zum Bildungsmodul "Sinti und Roma in Mecklenburg-Vorpommern" der RAA-Geschichtswerkstatt zeitlupe, kann kostenlos heruntergeladen werden , wird online per Video vorgestellt und ist eingebunden in kreative Angebote zur historischen und demokratischen Bildung der Geschichtswerkstatt zeitlupe für Kinder und Jugendliche mit Partnern aus der Hochschule Neubrandenburg und der Jugendkunstschule.